Nicole Barandun
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Gleichstellung - so einfach wär’s?

14.06.2019 Veröffentlicht am 14.06.2019 von Nicole Barandun | 0 Kommentar(e)


Schön wär’s, aber es steht noch ein grosses Stück Arbeit vor uns, bis wir die Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht haben. Nach wie vor erhalten wir Frauen für die gleiche Arbeit weniger Lohn als unsere männlichen Arbeitskollegen. Frauen begegnen immer noch Hindernissen, wenn sie Familie und Beruf vereinbaren und eine Karriere anstreben.

Zum heutigen Frauenstreiktag wünsche ich mir realistische Forderungen um die Gleichstellung von Frauen und Männern endlich voran zu treiben.

 Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Jede Familie muss sich so organisieren können, wie sie es für richtig hält. Doch für Eltern wird es immer schwieriger, Familie und Beruf zu vereinbaren. Die Kosten für die Drittbetreuung der Kinder sind hoch. Bei den Löhnen der Fachleuten in der Kinderbetreuung kann und soll nicht gespart werden. Aber wer arbeitet soll auch belohnt und nicht bestraft werden.

      Die familienergänzende Kinderbetreuung ist ein entscheidendes Element für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Kindererziehung. Dies ist ein fundamentales Interesse der Schweiz. Tageschulen sind eine echte Unterstützung.

      Familien sollen effektive Betreuungskosten von bis zu 25‘000.- Franken pro Kind von den Steuern abziehen können. Das ist im Vergleich zu heute mehr als doppelt so viel.

      Der allgemeine Steuerabzug für Kinder und Jugendliche in Ausbildung soll auf 10'000.- Franken erhöht werden.

      Es gilt Bedürfnisse nach mehr Flexibilität am Arbeitsplatz zu berücksichtigen. Jobsharing, Teilzeitarbeit und Homeoffice müssen gefördert werden. Sitzungen liegen nicht in den Randstunden.

Lohngleichheit - heute, nicht erst morgen!

Lohngleichheit von Frau und Mann ist in der Schweiz immer noch keine Selbstverständlichkeit. Auch 22 Jahre nach Verabschiedung des Gleichstellungsgesetzes existieren immer noch unerklärbare und inakzeptable Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern. Lohngleichheit ist ein Muss für eine Gesellschaft, die in die Bildung aller investiert und voraussetzt, dass Frauen beruflich tätig sind.

      Lohngleichheit von Mann und Frau bei gleicher Qualifikation und Erfahrung sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

      Bund und Kantone müssen mit gutem Beispiel vorangehen und die Privatwirtschaft – gerade auch im Finanzsektor - muss ihre Verantwortung wahrnehmen.

Einführung eines bezahlten zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubes

Der Vater spielt eine gleich wichtige Rolle in der Entwicklung des Kindes wie die Mutter. Gerade für die Entlastung und Unterstützung der Mutter während des Wiedereinstiegs in den Beruf, ist ein Vaterschaftsurlaub sehr wichtig. Während der Mutterschaftsurlaub gesetzlich geregelt ist, ist es der Vaterschaftsurlaub bis heute nicht. Solange dies der Fall ist, wird Kinderbetreuung in den Augen der Gesellschaft immer automatisch eine Frauenaufgabe sein. Dies muss sich ändern.

      Ein bezahlter Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen soll eingeführt werden.

      Väter sollen die Papizeit flexibel beziehen können, um die Mütter optimal und ihren Bedürfnissen entsprechend zu unterstützen.  

Gleichstellung. Ein erster Schritt, aber so einfach wär’s.

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