Nicole Barandun
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Eine Lehrstelle im allerletzten Moment

07.09.2015 Veröffentlicht am 07.09.2015 von Nicole Barandun | 0 Kommentar(e)
Schon seit Jahren organisiert das Laufbahnzentrum eine Lehrstellenbörse. Neu ist auch das Berufsbildungsforum Zürich bei der Organisation mit dabei. Unser Ziel ist es, auch Jugendlichen mit nicht so guten Schulzeugnissen zu einer Lehrstelle zu verhelfen. Als Präsidentin des Berufsbildungsforums berichte ich das nicht ohne Stolz, denn das Gewerbe ist das Rückgrat der Berufsbildung und hat schon Generationen von tüchtigen Handwerkern hervorgebracht. Dieses Jahr haben wir aber zum ersten Mal eine Lehrstellenbörse kurz vor Ende des Schuljahres terminiert – mit überwältigendem Erfolg. Unsere Räumlichkeiten sind aus allen Nähten geplatzt. Chancen auch mit schlechten Noten Das Gewerbe der Stadt Zürich war mit rund 20 Ständen vertreten, sogar die Stadt Zürich als Arbeitgeberin war dabei. Schon vor der Türöffnung stand eine ganze Traube Jugendlicher in Wartestellung. Aber nicht nur die Jugendlichen, sondern auch ihre engagierten Lehrer/innen, die sie auf diesem ungewohnten Gang begleiteten. Nun galt es, mit den Zeugnissen bewaffnet, bei den potenziellen Lehrfirmen eine gute Gattung zu machen. Die Lehrstellenbörse ist insbesondere für die praktisch orientierten Jugendlichen eine Riesenchance, denn im persönlichen Kontakt gelingt es ihnen eher, die Sympathie eines Ausbildners zu wecken, als mit Schulzeugnissen, die mehr schlecht als recht daherkommen. Und es funktionierte: Am Abend hatten die meisten Lehrfirmen mehrere valable Bewerbungen auf dem Tisch. So kann man davon ausgehen, dass an diesem Tag erfolgreich vermittelt wurde. Lieber einen Beruf als noch mehr Schule Bekanntlich gibt es für Jugendliche ohne Lehrstelle attraktive schulische Brückenangebote. Aber ich hatte den Eindruck, dass die meisten doch lieber eine Berufslehre machen. Einerseits ist man schulmüde, andererseits setzt sich die Einsicht durch, dass ein solider Beruf ein solider Anfang ist, auch wenn man in der bevorzugten Branche keine Lehrstelle bekommt. Hauptsache, man kann Fuss fassen. Besonders gross war der Andrang bei den Lehrangeboten im Detailhandel – trotz den langen Arbeitszeiten am Abend. Hingegen ist der Coiffeurberuf zur Zeit schwach nachgefragt, obwohl Haare immer wachsen und alle einen Coiffeur brauchen. Im Juni waren im ganzen Kanton noch 150 Coiffeur-Lehrstellen unbesetzt. Ich wünsche allen Jugendlichen, die noch nichts gefunden haben, in den nächsten Wochen viel Mut und Erfolg bei der Lehrstellensuche!

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